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  Der Brocken


Der Brocken ist der höchste Berg im Norden Deutschlands und des Harzes. Er liegt auf dem Territorium der Stadt Wernigerode in Sachsen-Anhalt. Der Berg und seine Umgebung befinden sich im Nationalpark Harz.
Heute pendelt mit der Brockenbahn wieder eine Schmalspurbahn zwischen Wernigerode, Drei Annen Hohne, Schierke und dem Brocken. Die Züge sind regelmäßig mit Dampflokomotiven bespannt. Das Gebiet um den Brocken ist insbesondere bei Wanderern beliebt. Schon Goethe bestieg den Brocken. Daher hat der „Goetheweg“, der von Torfhaus zum Gipfel führt, seinen Namen. Aber auch Mountainbiker nutzen die Wanderwege.

Auf dem Gipfel befinden sich das Brockenhaus mit einem Museum zur Geschichte des Berges und Brockengarten (botanische Anlage), welche vom Nationalpark Harz betreut werden. Des Weiteren finden sich Restaurants und das Brockenhotel, welche vom Brockenwirt Hans Steinhoff bewirtschaftet werden. Bedeutende Wirte der Vergangenheit waren Johann Friedrich Gerlach von 1801 bis 1834, Carl Eduard Nehse zwischen 1834 und 1850, der 1849 eine Brockenkarte und 1850 das „Brockenstammbuch“ herausbrachte, sowie Rudolf Schade von 1908 bis 1927, der die Bekanntheit und den technischen Ausbau der Gastwirtschaft auf dem Brocken erheblich steigerte.

Besteigung, Bebauung und Nutzung

Die erste nachweisliche Besteigung des Brockens geschah im Jahr 1572. Der Nordhäuser Arzt Johannes Thal beschrieb in einem Buch erstmalig die Flora des Brockens. Graf Christian Ernst zu Stolberg-Wernigerode, zu dessen von ihm regierten Grafschaft Wernigerode der Brocken gehörte, ließ 1736 auf dem Gipfel das so genannte Wolkenhäuschen und auf der nach seinem Sohn Heinrich Ernst benannten Heinrichshöhe ein Unterkunftshaus zum Schutz der Brockenreisenden erbauen. Das erste Gasthaus unmittelbar auf der Brockenkuppe wurde 1800 erbaut.


Gedenktafel am Gipfelstein für die Gaußsche LandesaufnahmeCarl Friedrich Gauß nutzte 1821–1825 die Blickverbindung zum Hohen Hagen und zum Großen Inselsberg für die Vermessung eines großen Dreiecks. Eine Höhenvermessung des Brocken durch den preußischen Generalstab ergab 1850 die auch heute noch gültige Höhe von 1.141,1 m ü. NN. Am 23. Juli 1859 brannte das Brockenhaus nieder. 1862 wurde das neue Brockenhotel eingeweiht. Der Göttinger Professor Albert Peter richtete 1890 auf dem Berg den Brockengarten als den ersten deutschen Alpengarten ein. Die Fläche von 4.600 m² wurde vom Fürstenhaus Stolberg-Wernigerode als Eigentümer kostenlos zur Verfügung gestellt.

Die schmalspurige Brockenbahn wurde am 27. März 1899 eröffnet. Der Brockenbahnhof ist heute mit 1.125 m ü. NN einer der höchstgelegenen Bahnhöfe in Deutschland. Die Spurweite beträgt 1000 mm. Im Jahr 1935 gelang die erste Fernsehübertragung vom Brocken mit einem mobilen Sender. Im Jahr darauf wurde der erste Fernsehturm der Welt auf dem Berg erbaut. 1937 wurde der Brocken zusammen mit Wurmberg, Achtermann und Acker-Bruchberg zum Naturschutzgebiet Oberharz erklärt.

Der Bau der ersten Wetterwarte auf dem Brocken erfolgte 1895. Technisch dürftig und zu klein, wurde sie 1912 teilweise abgerissen und durch einen großen steinernen Anbau ergänzt, der erst im Ersten Weltkrieg als Hellmann-Observatorium fertig wurde. Als Akademiker und Naturfreund übernahm der Subdirektor Georg Grobe 1917 den Beobachtungsposten, auf dem ihn seine Tochter bis zu seinem Tode 1935 unterstützte. „Nach dem Tod des ausgezeichneten Beobachters Grobe trat sofort die Berg-Kalamität ein: Es fand sich kein dauernder Beobachter für den Brocken. Das überwand man nur durch Entsendung von wissenschaftlichen Beamten.“[9] Die heutige Wetterwarte nahm 1939 ihren Betrieb auf.

Bei einem Luftangriff der US-Luftwaffe wurde das Brockenhotel am 17. April 1945 durch Bomben zerstört. Von 1945 bis zum April 1947 war der Brocken durch Truppen der USA besetzt. Danach erfolgte im Zuge eines Gebietsaustausches (Festlegungen der Jalta-Konferenz) die Übergabe an die Sowjetische Besatzungszone. Die Ruine des Brockenhotels wurde 1949 gesprengt. Von 1948 bis 1959 war eine Teilfläche des Brockens wieder für Touristen zugänglich, allerdings mit Passierschein. Die Vergabe von Passierscheinen wurde großzügig gehandhabt. Ab August 1961 wurde der Brocken, der im unmittelbaren Grenzgebiet der DDR zur Bundesrepublik Deutschland lag, zum militärischen Sperrgebiet erklärt und war somit für die Bevölkerung nicht mehr zugänglich. Der Gipfel wurde militärisch stark ausgebaut. Die Sicherung des Areals oblag den Grenzsoldaten der 7. Grenzkompanie Schierke, die in Zugstärke auf dem Gipfel stationiert waren. Als Unterkunft diente ihnen der Brockenbahnhof. 1987 wurde der Verkehr mit Güterzügen zum Brocken aufgrund des schlechten Gleiszustandes eingestellt.

Der Brocken wurde umfangreich für Überwachungs- und Spionagezwecke genutzt. Auf dem Gipfel befanden sich zwei große und leistungsfähige Abhöranlagen. Eine gehörte dem sowjetischen Militärgeheimdienst GRU und war damit zugleich der westlichste Vorposten Moskaus, die andere war der Hauptabteilung III des Ministerium für Staatssicherheit der DDR unterstellt. Die Objekte trugen die Tarnnamen „Jenissej“ und „Urian“. Nach dem Fall der Mauer wurde am 3. Dezember 1989 im Rahmen einer Demonstrations-Wanderung der Brocken wieder für die Allgemeinheit geöffnet. Mit der deutschen Wiedervereinigung wurden ab 1990 schrittweise die Grenzsicherungsanlagen sowie die militärischen Anlagen abgebaut. Der letzte russische Soldat verließ den Brocken am 30. März 1994. Die Brockenkuppe wurde mit Millionenaufwand renaturiert. Sie ist heute ein beliebtes touristisches Ziel für Harzbesucher.

 

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